Tinongo

Snowboard

Geeignet ab
5 Jahren
Typ der Sportart
Wintersport
Einzel- / Mannschaftssport
Einzelsport
Indoor / Outdoor
Outdoor
Kosten pro Jahr von / bis
150,- bis 3000,-
Zeitaufwand pro Woche
Im Jugendbereich zu Beginn ca. 4 bis 6 Stunden pro Woche.
Website des Verbands
http://www.snowboardgermany.com/
Vereinsübersicht
http://www.snowboardgermany.com/index.php/nachwuchs/training-und-vereine.html

Die Sportart

Snowboard ist ein relativ junger Sport, der sich allerdings großer Beliebtheit erfreut. In der Tat ist die Idee, mit nur einem Ski ins Tal zu fahren recht alt. Bereits im Jahre 1900 wurde der erste Monoski erfunden, jedoch bekam dieses Sportgerät erst ab den 70er Jahren mehr Aufwind, nachdem Brett und Bindung entscheidend weiterentwickelt wurden.

Den richtigen Durchbruch gab es dann in den 80er und 90er Jahren und 1998 war Snowboard in Nagano das erste Mal Teil des olympischen Programms. Wurden die Snowboarder zu Beginn gerade von den „klassischen“ Skifahren durchaus sehr kritisch beäugt und als eigene Spezies abgetan, so ist Snowboarden mittlerweile ein Breitensport geworden.

Was ist das Ziel?

Abhängig von der gewählten Snowboard Disziplin:

  • Race: Parallel Riesenslalom und Parallel Slalom – schnelles Durchfahren eines Slalomparcours gegen Gegner im Paralellformat
  • Snowboardcross: Befahren einer Hindernisstrecke (Wellen, Kurven, Sprünge) zu viert oder sechst – der schnellste gewinnt!
  • Freestyle: Spünge und Tricks in Pipe und Park – Höhe, Schwierigkeit und Style werden bewertet

Warum Snowboard?

Snowboarden ist eine Brettsportart die sich aus Lifestyle und Begeisterung fürs Gleiten und Surfen (im Schnee) entwickelt hat. Das Gefühl zu Gleiten, kreativ auf und mit dem Brett zu sein, Geschwindigkeit und Flow zu erleben sind Motive für das Snowboarden.

Das bereitet Freude und Spaß – und das alles gepaart mit einem Naturerlebnis. Daneben kann man mit dem Snowboard und dem Spielplatz den die Berge liefern aber auch Grenzen erfahren und verschieben, sich verwirklichen, mit Freunden, der Mannschaft aber auch alleine diese Momente genießen oder sich im Wettkampf messen.

Allgemeines

Ab welchem Alter ist es sinnvoll anzufangen?

Anfangen kann man mit 3-4 Jahren – ab da gibt es entsprechendes Material. Snowboardkurse sowie Trainingsangebote richten sich meist an Kinder ab 6 Jahren.

Eine Differenzierung in die verschiedenen Disziplinen (Race, Snowboardcross und die Freesstyle Disziplinen – Haflpipe/Slopestyle/Big Air) beginnt nicht vor dem 10 Lebensjahr.

Wie ist die Verteilung Jungen/Mädchen?

Im Jugendbereich sind es ca. 53 % Jungen und 47 % Mädchen.

Betreiben Jungen und Mädchen den Sport gemeinsam?

Jungen und Mädchen betreiben den Sport gemeinsam – selbst im WC gibt es keine Aufteilung in eine Frauenmannschaft und Männermannschaft – natürlich aber innerhalb der Wettkampfformen.

Zeitaufwand

Wie viele Stunden wird der Sport pro Woche etwa in Anspruch nehmen?

Abhängig vom Leistungsstand (Breitensport – Leistungssport)

  • 6 – 10 Jahre: 4 – 6 Stunden
  • 10 – 12 Jahre: 6 – 10 Stunden
  • 12 – 14 Jahre: 10 – 16 Stunden
  • 14 – 16 Jahre: 16 – 20 Stunden
  • 16 – 19 Jahre: 20 – 25 Stunden
  • ab 19 Jahre: 25 – 35 Stunden

Wie oft wird trainiert?

  • Verein: Sommer 1 – 3 x pro Woche — Winter 2 – 4 x pro Woche
  • Landeskader: Sommer 2 – 4 x pro Woche — Winter 2 – 4 x pro Woche
  • Bundeskader Nachwuchs: Sommer 3 – 5 x pro Woche — Winter 4 – 5 x pro Woche
  • Bundeskader: Sommer 5 – 6 x pro Woche — Winter 5 – 6 x pro Woche

Wird Snowboard das ganze Jahr betrieben oder gibt es Pausen?

Prinzipiell kann das ganze Jahr gesnowboardet und trainiert werden. In Europa richtet sich vieles nach der Dauer der Wintersaison (November bis April) – je nach Leistungsstand beginnt die Schneesaison früher und geht länger (Gletscher und Übersee).

Natürlich findet, wie in anderen Sportarten auch, eine Periodisierung statt, dass heißt, es gibt Vorbereitungsphasen im Schnee und außerhalb des Schnees (Athletiktraining, Ergänzungstraining) und Wettkampfphasen.

Es findet ab Vereinsniveau Athletiktraining (Kraft, Ausdauer, Koordination) statt – darüberhinaus gibt es vielseitige Transfermöglichkeiten in andere Brettsportarten (Skaten, Surfen, Longboarden, Wakboarden) – auch Akkrobatik/Turnen/Parcour stellen gute Ergänzungsmöglichkeiten dar.

Schneetraining ist in den deutschen Alpen, den deutschen Mittelgebirgen, auf den Gletschern, im Sommer in der südlichen Hemisphere sowie in den Skihallen Deutschlands (Neuss, Bottrop, Bispingen, etc.) möglich.

Ab welchem Alter gibt es Wettkämpfe?

Nachwuchswettkämpfe in den verschiedenen Disziplinen gibt es ab der Altersklasse U 12 bis U 15 – darüber hinaus gibt es für die jüngeren Jahrgangsbereiche alternative Formen des sportlichen Wettkampfs wo Training, Spaß und Freude sowie Entwicklung im Mittelpunkt stehen – z.B. die SHRED KIDS in Bayern

  • Snowboardcross: SbxTrophy
  • Freestyle: Flying Potatoes
  • Race: German Race Series

Danach werden die Wettkämpfe durch die FIS bzw. der World Snowboard Tour (WST) ausgerichtet.

Wie viele Wettkämpfe finden in etwa statt?

  • Im Nachwuchsbereich ca. 4 – 10
  • Ab Landeskader 10 – 15
  • Bundeskader 15 – 20

Wie weit sind die Anfahrten zu Wettkämpfen?

Kommt drauf an, wie nahe man an einer Schneetrainingsmöglichkeit wohnt.

Wie sehr kann/muss man sich als Eltern einbringen?

Das Engagement der Eltern spielt eine wichtige Rolle – Fahrdienste, Helfer bei Rennen und Wettkämpfen, Unterstützung der Trainer etc.

Kosten

Wie hoch sind in etwa die Mitgliedsbeiträge ungefähr?

Der Jahresbeitrag in Vereinen reicht von ca. 30 – 100 Euro pro Jahr.
Die Eigenbeteiligung für den Landeskader beträgt ca. 500 Euro – für den Bundeskader ca. 750 – 2.000 Euro.

Welche Ausrüstung muss man selbst besorgen und was kostet diese?

Je nach Disziplin benötigt man
Snowboard (ab ca. 200 Euro)
Boots (100 Euro)
Bindung (100 Euro)
Helm und Protektoren, und natürlich Winterbekleidung (insgesamt ca. 150 Euro)

Wie oft wird neue Ausrüstung benötigt?

Abhängig vom Leistungsstand.
Im Kinderbereich/Nachwuchsbereich kann man die Ausrüstung mehrere Saisonen fahren. Hier ist eher das Wachstum der Kinder der Auslöser für neue Ausrüstung, als der Verschleiß.

Im Landeskader und Bundeskader steigen die Anforderungen an das Material natürlich – mehrere Bretter, bestimmte Produkte, Materialbehandlungen etc.

Verbreitung

Wie viele Vereine gibt es?

Snowboarden ist innerhalb der Skivereine organisiert, sprich jeder Skiverein in Deutschland kann Snowboardkurse und Snowboardtraining anbieten. Das ist in der Praxis leider nicht so – daher empfiehlt es sich über die Landesskiverbände entsprechende Informationen zu erfragen.

Gibt es eine Übersicht über alle Vereine?

Auf der Website von Snowboard Germany gibt es außerdem eine Übersicht über alle Nachwuchsangebote und Trainingsangebote im Bereich Snowboard.

Wie viele Mitglieder gibt es?

Der Snowboard Verband Deutschland (Snowboard Germany) hat keine Mitglieder. Die ordentlichen Mitglieder sind die Landesskiverbände mit ihren Mitgliedern.
Laut dem Deutschen Olympischen Sport Bund betreiben derzeit ca. 38.000 Personen den Sport in Vereinsstrukturen, davon ca. 45% Frauen und 55% Männer.

Karriere

Gibt es eine Nationalmannschaft?

Ja. Snowboard Germany betreut sowohl eine Nationalmannschaft im Senioren-, als auch Juniorenbereich – darüberhinaus gibt es Landeskader in Bayern und in Baden-Württemberg.

Wie gut ist die Nationalmannschaft?

Die Disziplinen sind unterschiedlich aufgestellt und unterschiedlich erfolgreich.
Im Race wurden bei den OWS 2014 zwei Medaillen (Silber und Bronze) erreicht. Im Snowboardcross haben Sportler von Snowboard Germany bereits WC gewinnen können und gehören zur erweiterten Weltspitze. Die Freestyledisziplinen befinden sich im Aufbau sind aber dabei sich gut zu entwickeln und sich extrem zu professionalisieren.

Ist Snowboard olympisch?

Ja, seit 1998 ist Snowboarden olympisch (damals Half Pipe und Race). Seit 2006 ist auch Snowboardcross (SBX) olympisch.

Kann man Profi werden?

Ja, man kann Profi werden. Außerdem wird der Snowboard Verband auch von den Behörden (Bundeswehr, Bundespolizei und Landespolizei) unterstütz – Karrieremöglichkeiten während oder nach dem Sport bestehen und werden individuell erarbeitet. Das duale Prinzip, d.h. Vereinbarkeit von Schule/Ausbildung und Sport ist oberstes Prinzip in der Nachwuchsarbeit von Snowboard Germany.

Gesundheit

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Snowboarden allgemein ist ähnlich dem alpinen Skilauf schon eher mit einem etwas höheren Verletzungsrisiko behaftet – immer in Relation zum Leistungsstand – Geschwindigkeit, Höhe, Weite sind Faktoren die mit dem Leistungsstand einher gehen.

Dennoch ist denke ich das Verletzungsrisiko insgesamt wohl nicht höher einzustufen, als in Sportarten wie z.B. im Fußball.

Welche Verletzungen sind typisch?

Zerrungen, Prellungen oder Verletzungen der Bänder. Insgesamt kommt es auf die Disziplin, Sturz, Unfallhergang etc. an.

Gibt es gesundheitliche Spätfolgen?

Im Bereich des Leistungssports ist dies wie in jeder Sportart möglich.