Tinongo

Bowling

Geeignet ab
8 Jahren
Typ der Sportart
BallsportPräzisionssport
Einzel- / Mannschaftssport
EinzelsportMannschaftssport
Indoor / Outdoor
Indoor
Kosten pro Jahr von / bis
150,- bis 300,-
Zeitaufwand pro Woche
ca. 3 Stunden
Website des Verbands
http://www.kegelnundbowling.de/
Vereinsübersicht
http://www.kegelnundbowling.de/der-dkb/landesverbaende.html

Die Sportart

Not macht erfinderisch

Während noch vor nicht allzu langer Zeit eher Kegeln als Freizeitbeschäftigung oder Zeitvertreib an Kindergeburtstagen genutzt wurde, so ist Bowling seit einigen Jahren deutlich auf dem Vormarsch. Auch wenn Bowling deutlich jünger als Kegeln ist, so ist diese neuere Variante des Wurfspiels heute weiterverbreitet, als die ursprüngliche Variante.

Die Idee für Bowling ist quasi aus der Not heraus geboren worden. Kegeln war im 19. Jahrhundert vor allem ein Glücksspiel mit nicht gerade niedrigen Einsätzen. Das führte auch zu entsprechenden Betrügereien in diesem Sport. Der Obrigkeit war dies ein Dorn im Auge und so kam es, wie es kommen musste. Kegeln wurde als Glücksspiel verboten.

Nun ist die Menschheit aber erfinderisch. Was also tun, wenn ein Spiel verboten wird, bei dem man mit einer Kugel auf neun Kegel wirft, die in Form einer Raute aufgestellt sind? Ganz einfach: man bohrt ein paar Löcher in die Kugel, stellt einen zehnten Kegel auf, nennt die Kegel fortan „Pins“ und formiert sie zu einem Dreieck. Fertig ist eine neue Sportart namens „Bowling“, die mit dem verbotenen Kegeln natürlich nichts mehr zu tun hat. So geschehen 1837 in den USA.

Die neue Sportart verbreitete sich in den USA relativ schnell, während die Verbreitung in Europa nur schleppend vorankam. Zwar gab es in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts bereits Deutsche Meisterschaften, eine „echte“ Bundesliga jedoch erst 1970. Einen weiteren Schub erhielt Bowling in Deutschland nicht zuletzt durch Kinofilme wie „The Big Lebowski“, „Bowling for Columbine“ oder „Kingpin“, in denen Bowling eine zentrale Rolle spielt.

Spare und Strike

Die Regeln beim Bowling muten erst einmal etwas komplizierter an, als beim Kegeln. Gespielt wird in 10 Durchgängen (Frames), in denen jeweils versucht wird, die 10 Pins abzuräumen. Dazu hat man 2 Wurf, den zweiten nutzt man aber nur, wenn man im ersten Wurf nicht alle Pins abgeräumt hat. Räumt man im ersten Versuch alle Pins ab, so nennt man dies „Strike“, räumt man im zweiten Versuch ab, so nennt man dies „Spare“. Räumt man nicht alle Pins ab, so nennt man dies „Open Frame“.

Jetzt wird es kompliziert. Für einen Open Frame erhält man so viele Punkte, wie man Pins abgeräumt hat. Für einen Spare erhält man 10 Punkte (10 Pins wurden abgeräumt) plus die Punkte des darauffolgenden Wurfes. Bei einem Strike erhält man ebenfalls 10 Punkte plus die Punkte der beiden darauffolgenden Würfe. Da es 10 Frames gibt und man im letzten Frame sogar 3 Würfe haben kann, kann man in einem „perfekten Spiel“ mit 12 Strikes 300 Punkte erzielen.

Da mittlerweile alle Bowlingbahnen mit automatischen Zählsystemen ausgestattet sind, wird einem die Rechenarbeit abgenommen und im Freizeitbereich kann man sich rein auf den Spaß konzentrieren. Im Spiel merkt man auch schnell, dass die Regeln komplizierter klingen, als sie eigentlich sind.

Was ist das Ziel?

Ein Spieler hat max. 10 Versuche (Frames) alle 10 Pins umzuwerfen; wer die meisten Pins umgeworfen hat, gewinnt.

Warum Bowling?

Im Bowling erreicht man eine gute Fitness und eine hohe Konzentrationsfähigkeit. Gerade Kinder und Jugendliche denen es an Konzentrationsfähigkeit fehlt werden durch das Bowling deutlich fokussierter und zielstrebiger.

Allgemeines

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit Bowling anzufangen?

Ab 8 -10 Jahren, je früher desto besser.

Wie ist die Verteilung Jungen/Mädchen?

25% Mädchen, 75% Jungen

Betreiben Jungen und Mädchen den Sport gemeinsam?

Das ist immer möglich.

Zeitaufwand

Wie viele Stunden wird der Sport pro Woche etwa in Anspruch nehmen?

Training wöchentlich ca. 3 Stunden, Wettkämpfe dauern max. 5 Stunden.

Wie oft wird trainiert?

Meist zwei Mal pro Woche.

Wird der Sport das ganze Jahr betrieben oder gibt es Pausen?

Die Saison beginnt Anfang September und endet mit den Deutschen Meisterschaften im Mai; in der Sommerpause findet nur Training statt.

Ab welchem Alter gibt es Wettkämpfe?

Das ist immer die Entscheidung des Trainers, aber mit 10 Jahren beginnt meist der Einsatz bei Wettkämpfen.

Wie viele Wettkämpfe finden in etwa statt?

Ca.12 mal im Jahr Wettkämpfe mit max. 5 Stunden pro Wettkampf.

Wie weit sind die Anfahrten zu Wettkämpfen?

Im Normalfall selten länger als eine Stunde.

Wie sehr kann/muss man sich als Eltern einbringen?

Fahrdienst zu Wettkämpfen ist immer gern gesehen und die Unterstützung als Betreuer wird auch gern angenommen.

Kosten

Wie hoch sind in etwa die Mitgliedsbeiträge?

Meist reichen ca. 10,- € im Monat.

Welche Ausrüstung muss man selbst besorgen und was kostet diese?

Spielerkleidung kommt meist vom Verein, die ersten Bowlingbälle (meist gebraucht) auch; Bowlingschuhe sind notwendig (Preis ab 40,- €), Bowlingbälle kosten ab 90,- €.

Wie oft wird neue Ausrüstung benötigt?

Schuhe und Spielerkleidung je nach Wachstum der Kinder; Bälle meist alle 1-2 Jahre, ist aber eine individuelle Entscheidung.

Verbreitung

Wie viele Bowling-Vereine gibt es?

Ca. 650 Vereine/Klubs in ganz Deutschland.

Gibt es eine Übersicht über alle Vereine?

Leider nein, die Adressen der örtlichen Vereine sind bitte über die Landesfachverbände zu erfragen bitte über die Landesfachverbände zu erfragen.

Vereinssuche über Vereinscheck.de

Wie viele Mitglieder gibt es?

Ca. 10.000, davon ca. 2500 weiblich.

Karriere

Gibt es eine Nationalmannschaft?

Ja.

Wie gut ist die Nationalmannschaft?

Sehr gut, in Europa unter den besten vier,
EM der Jugend 2017: Bronze
EM Damen 2016: 1 Mal Gold, 3 Mal Silber, 3 Mal Bronze
EM Herren 2016: 1 Mal Silber, 2 Mal Bronze

Ist Bowling olympisch?

Leider nein, wird aber angestrebt.

Kann man Profi werden?

Nur in den USA.

Gesundheit

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Gering.

Welche Verletzungen sind typisch?

Die meisten Verletzungen sind am Daumen der Spielhand, wenn der Ball nicht gut vorbereitet wurde.

Gibt es gesundheitliche Spätfolgen?

Nein.