Tinongo

Wasserspringen

Geeignet ab
5 Jahren
Typ der Sportart
SchwimmsportWassersport
Einzel- / Mannschaftssport
Einzelsport
Indoor / Outdoor
Indoor
Kosten pro Jahr von / bis
150,- bis 300,-
Zeitaufwand pro Woche
4 bis 9 Stunden pro Woche
Website des Verbands
http://www.dsv.de/wasserspringen/
Vereinsübersicht
Wasserspringen Vereine auf Tinongo

Die Sportart

Wasserspringen wird im Volksmund gerne auch Turmspringen genannt, dabei ist dies nur zum Teil richtig. Denn als Turmspringen bezeichnet man lediglich die Sprünge vom 5-m, 7,5-m und 10-m Turm. Daneben gibt es noch die Kunstsprünge vom 1-m und 3-m Brett und das Synchronspringen, welches auf dem 3-m Brett und dem 10-m Turm betrieben wird. Alle Disziplinen zusammen sind das Wasserspringen.

Entwickelt hat sich das Wasserspringen als Sportart in Deutschland und Schweden und zwar bereits im 18. Jahrhundert. Der erste Verein der Welt, Tichy’sche Frösche, wurde 1840 gegründet. Bereits seit 1904 ist diese Sportart teil der olympischen Spiele.

Wasserspringen an sich bereitet den meisten Kindern im Schwimmbad viel Freude, allerdings steht hier eher der Mut des Springens und der Spaß des "Fliegens" im Vordergrund. Im Wettkampfspringen dreht sich dagegen alles um Körperbeherschung und Eleganz.

Was ist das Ziel?

Im Wasserspringen werden schwierige Sprungfiguren durch Sprungrichter bewertet. Dabei ergibt sich aus den einzelnen Sprüngen summativ das Endergebnis.

Bei den Damen werden in allen Disziplinen fünf Sprünge und bei den Herren jeweils sechs Sprünge gezeigt. Da für jeden Sprung ein Schwierigkeitsgrad vom internationalen Verband festgelegt ist, bewerten die Sprungrichter ausschließlich die Güte der absolvierten Sprungfigur, wobei einem effektvollen Eintauchen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Es gibt in allen Disziplinen Vorwärts-, Rückwärts-, Auerbach-, Delphin- und Schraubensprünge. In den Disziplinen des Turmspringens kommen noch Sprünge aus dem Handstand hinzu.

Warum Wasserspringen?

Wasserspringen zeichnet sich dadurch aus, dass komplizierte Sprünge mit hoher Bewegungsgüte, Präzision und Eleganz (Ästhetik) ausgeführt werden. Für den Zuschauer eröffnet sich damit ein Spannungsfeld zwischen höchsten körperlichen Anforderungen und graziöser Ausführung von Sprüngen.

Die Springer lieben die Herausforderung komplexer Körperbewegungen im freien Flug, gepaart mit Höchstmaß an Orientierung, feinster Differenzierung, ein gewisses Maß an Mut, dem ständigen Streben nach dem perfekten Sprung. Kraft, explosive Bewegungen und Beweglichkeit sind für jeden einzelnen Sprung Voraussetzung, im Synchronspringen kommt der Teamaspekt, die Abstimmung der Bewegungen beider Partner als stimulierender Faktor hinzu.

Allgemeines

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit Wasserspringen anzufangen?

Für das Wasserspringen muss man Schwimmen können, dennoch ist ein Einstieg mit ca. 5 Jahren sinnvoll.

Wie ist die Verteilung Jungen/Mädchen?

Die Zahl der im DSV organisierten Mädchen und Jungen ist fast gleich. Zwischen 7 und 18 Jahren gibt es durchschnittlich ein wenig mehr Mädchen in den Vereinen als Jungen.

Betreiben Jungen und Mädchen den Sport gemeinsam?

Üblicherweise wird in den Vereinen ein gemeinsames Training für Mädchen und Jungen angeboten. Auch die Wettkämpfe werden für beide Geschlechter gleichzeitig ausgerichtet, jedoch erfolgt eine getrennte Wertung. Daneben gibt es auch beim Wasserspringen inzwischen auch Mixed-Wettkämpfe an denen Mädchen und Jungen gemeinsam gewertet werden.

Zeitaufwand

Wie viele Stunden wird der Sport pro Woche etwa in Anspruch nehmen?

Natürlich steigert sich das Training, abhängig vom Alter und Leistungsstand, aber zwei- bis dreimal pro Woche muss schon frühzeitig zwei Stunden Training eingeplant werden.

Wie oft wird trainiert?

Im Anfängerbereich wird 2-3 mal wöchentlich trainiert, später wird das Trainingspensum dann schrittweise entsprechend dem Alters gesteigert.

Wird der Sport das ganze Jahr betrieben oder gibt es Pausen?

Wasserspringen ist eine Ganzjahressportart. Eine wirkliche Pause gibt es für die SportlerInnen nicht. Allerdings baut das Training unterschiedlich in der Saison auf.

Ab welchem Alter gibt es Wettkämpfe?

Bereits für die 5-6jährigen Mädchen und Jungen werden Wettkämpfe veranstaltet. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich dann mit wachsendem Lebensalter.

Wie viele Wettkämpfe finden in etwa statt?

Sechs bis acht Wettkämpfe im Jahr sind normal, abhängig vom Alter und Leistungsstand.

Wie weit sind die Anfahrten zu Wettkämpfen?

Die Zahl der Wasserspringerinnen und Wasserspringer in Deutschland ist überschaubar, entsprechend weit sind die Wege zu den Wettkämpfen. Es gibt bundesweite Vergleiche, in einigen Bundeländern Landesleistungsvergleiche und Vereinswettkämpfe. Wenn die Vereine nicht selber als Ausrichter eines Wettkampfes aktiv sind, müssen die Athleten jedoch schon weitere Anreisewege in Kauf nehmen.

Wie sehr kann/muss man sich als Eltern einbringen?

Mindestens als Fahrdienst werden Eltern benötigt, weiteres ehrenamtliches Engagement ist jedoch die Regel und nicht die Ausnahme.

Kosten

Wie hoch sind in etwa die Mitgliedsbeiträge?

ca. 100 bis 200 Euro im Jahr

Welche Ausrüstung muss man selbst besorgen und was kostet diese?

Standard sind die Badebekleidung, Badelatschen und Sportschule, dazu T-shirt und Short sowie ein Handtuch.

Wie oft wird neue Ausrüstung benötigt?

Die Erneuerung der Garderobe ist wachstumsabhängig, der Rest unterliegt dem normalen Verschleiß.

Verbreitung

Wie viele Vereine gibt es?

In ganz Deutschland gibt es aktuell 48 Vereine, die im Deutschen Schwimm-Verband organisiert sind, in denen Wasserspringen betrieben wird.

Gibt es eine Übersicht (online oder offline) über alle Vereine?

Eine Übersicht über die Vereine in Deutschland kann beim Vorsitzenden der Fachsparte oder über die Landesfachwarte eingesehen werden.

Suche über Tinongo.

Vereinssuche über Vereinscheck.de

Wie viele Mitglieder gibt es?

Der Deutsche Schwimm-Verband hat ca. 600.000 Mitglieder, davon sind die meisten Schwimmerinnen und Schwimmer. Die Geschlechter verteilen sich in fast paritätisch, also fast gleich viele Mädchen und Frauen wie Jungen und Männer.

Karriere

Gibt es eine Nationalmannschaft?

Ja, es gibt einen A-Kader bei den Frauen und bei den Männern.

Wie gut ist die Nationalmannschaft?

Das Wasserspringen war und ist Medaillengarant bei allen internationalen Großereignissen. Bei den Europameisterschaften 2017 gewannen deutsche Athleten zwei Silber und zwei Bronzemedaillen. Patrick Hausding gewann bei den letzten Olympischen Spielen in Rio Bronze vom 3m-Brett, und bei den aktuellen Weltmeisterschaften 2017 wurden eine Silbermedaille vom 3-m-Brett und Bronzemedaille im Synchron-Turmspringen (Klein und Hausding) ersprungen.

Ist die Sportart Olympisch?

Ja, Wasserspringen ist bei den Männern seit 1904 olympisch, die Frauen folgten 1912. Gesprungen wird vom 3m Brett und 10m Turm, als Single und als Synchron, bei den Frauen und bei den Männern, macht insgesamt acht mögliche Goldmedaillen.

Kann man Profi werden?

Mit Wasserspringen kann man seinen Lebensunterhalt nicht verdienen. Während der Karriere gibt es für Spitzensportler jedoch Unterstützung seitens der Deutschen Sporthilfe. Zudem können ausgewählte Sportler durch Organisationen des Bundes und der Länder unterstützt werden. Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen ermöglichen auch ein Studium während der aktiven Laufbahn nach Sonderstudienplan, sodass beides gleichzeitig erfolgen kann.

Gesundheit

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Ein Verletzungsrisiko besteht natürlich bei jeder sportlichen Betätigung. Im Wasserspringen wird jede Trainingseinheit und jeder Sprung unter Anleitung und Aufsicht durchgeführt, wodurch frühzeitig potenzielle Fehler, die zu Verletzungen führen können, beseitigt werden. So wird das Verletzungsrisiko minimiert.

Welche Verletzungen sind typisch?

Sehr selten treten gebrochene Finger, verletzte Schultern, Beschwerden im Rücken oder Knie sowie Zerrungen der Armmuskulatur auf.

Gibt es gesundheitliche Spätfolgen?

Aufgrund der hohen Trainingsbelastungen, Wasserspringen existiert fast ausschließlich als Leistungssportart, können bei Betreiben der Sportart auf Weltspitzenniveau vereinzelt Spätfolgen orthopädischer Natur auftreten.