Tinongo

Aikido

Geeignet ab
10 Jahren
Typ der Sportart
KampfsportPräzisionssport
Einzel- / Mannschaftssport
Mannschaftssport
Indoor / Outdoor
Indoor
Kosten pro Jahr von / bis
60,- bis 249,-
Zeitaufwand pro Woche
ca. 3 bis 6 Stunden
Website des Verbands
https://www.aikido-bund.de/
Vereinsübersicht
https://www.aikido-bund.de/vereine/

Die Sportart

Auch wenn Aikido eine asiatische Kampfkunst ist, so ist sie im Gegensatz zu vielen anderen eine relativ junge Sportart. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie als eine Art Mischform anderer Kampfeskünste entwickelt. Aikido ist dabei eine komplett pazifistische Sportart, denn Ziel ist es niemals, selbst anzugreifen, sondern immer nur die Angriffe eines Gegners abzuwehren.

Aikido steht schon im Namen für Harmonie (Ai), Lebensenergie (Ki) und Lebensweg (Do) und bedeutet daher in etwa so viel wie „Der Weg der Harmonie mit der Energie des Universums“.

Sehr spannend ist auch, dass es im Aikido keine klassischen Wettkämpfe gegeneinander gibt.

Was ist das Ziel?

Aikido ist eine moderne, japanische Disziplin der Selbstverteidigung, die sich durch ihren defensiven Charakter von vielen ähnlichen Sportarten unterscheidet. Der Name bedeutet übersetzt etwa „Der Weg der harmonisch fließenden Kraft“ und drückt damit schon die dahinterstehende Geisteshaltung aus.

Diese Harmonie wird dadurch erreicht, dass man sich den Bewegungen eines eventuellen Angreifers möglichst lange anpasst, um dessen Angriffsschwung für die eigenen Zwecke zu nutzen. Dabei treten vielfältige Kreis- und Spiralbewegungen auf, die dem Übenden ein gutes Raumgefühl vermitteln. Die Weichheit und Eleganz der Techniken macht Aikido auch besonders geeignet für Frauen.

Warum Aikido?

Aikido ist eine fernöstliche Disziplin, die noch viel von ihrer Ursprünglichkeit erhalten hat. Bei dem zunehmenden Interesse an asiatischen Sportarten lohnt es sich, auch die etwas unbekannteren darunter in Augenschein zu nehmen.

Gerade im Aikido findet sich noch eine Anbindung an die dahinter stehende Philosophie, die von uns bewusst gelebt wird. Die im Training erlernten und geübten Prinzipien lassen sich auch auf Konfliktsituationen anderer Art übertragen und geben Hilfen bei der Entwicklung von Lösungsstrategien. Da es im Aikido keine Wettkämpfe oder Ausscheidungen gibt, hat es auch die in anderen Sparten teilweise beobachtbare Kommerzialisierung hier bisher nicht gegeben.

Der geistige Hintergrund der Bewegungen ermöglicht ganz neue Einsichten. Die Trainingsteilnehmer auf der Matte sehen sich nicht als Gegner oder Konkurrenten, sondern pflegen eine echte Partnerschaft. Eine wichtige Erkenntnis ist die, dass man gegenseitige Hilfe und Mitarbeit benötigt, um selbst die nächste Stufe zu erreichen. Aikido ist praktizierte Teamarbeit.

Dies ist keine Sportart für Schläger oder Raufbolde, sondern für diejenigen, die auch an den Feinheiten einer Bewegung ihre Freude haben. Ihnen erschließt sich die Schönheit der Techniken.

Allgemeines

Ab welchem Alter ist es sinnvoll anzufangen?

Ab etwa 10 Jahren.

Wie ist die Verteilung Jungen/Mädchen?

In etwa zwei Drittel Jungen und 1 Drittel Mädchen.

Betreiben Jungen und Mädchen den Sport gemeinsam?

Aikido wird immer gemeinsam trainiert, es gibt auch keine Gewichts- oder Altersklassen.

Zeitaufwand

Wie viele Stunden wird der Sport pro Woche etwa in Anspruch nehmen?

Jugendtraining wird meist ein- oder zweimal in der Woche für ca. 90 Min. angeboten.
An Wochenenden gibt es manchmal auch Lehrgänge bei anderen Vereinen, dies ist natürlich freiwillig für besonders Interessierte. Jugendliche ab ca. 14 Jahren können auch bei den Erwachsenen mitmachen, dort ist das Angebot an Trainingsmöglichkeiten für ganz Eifrige erheblich größer.

Wie oft wird trainiert?

In der Regel meist ein- oder zweimal pro Woche.

Wird der Sport das ganze Jahr betrieben oder gibt es Pausen?

Das Training findet üblicherweise in einer Halle statt, ist also von deren Öffnungszeiten abhängig. Vereine mit eigener Halle sind da frei, städtische Hallen schließen häufig in den Schulferien.

Ab welchem Alter gibt es Wettkämpfe?

Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe. Die Philosophie des Begründers war eine grundsätzlich friedliche (pazifistische). Aikido dient der Selbstverteidigung und ist nicht auf einen Angriff ausgelegt. Die Trainingspartner üben miteinander und unterstützen sich gegenseitig, sie sind aber keine Gegner.

Wie sehr kann/muss man sich als Eltern einbringen?

Am besten, indem man selbst mitmacht. Dadurch versteht man am besten, worum es im Aikido geht. Aber im Verein sind natürlich auch immer Helfer für Veranstaltungen oder Lehrgänge gesucht; dafür sind die Eltern ganz wichtig. Auch der Fahrdienst für die Kinder/Jugendlichen ist natürlich eine Voraussetzung für ein kontinuierliches Training.

Kosten

Wie hoch sind in etwa die Mitgliedsbeiträge?

Die Vereinsbeiträge belaufen sich für Kinder/Jugendliche auf ca. 60 – 120 Euro pro Jahr.

Welche Ausrüstung muss man selbst besorgen und was kostet diese?

Ein weißer Trainingsanzug (Gi), wie er z.B. auch im Judo oder Karate üblich ist (ca. 100 Euro). Nach Prüfungen ein neuer farbiger Gürtel. Später kommen noch Trainingswaffen aus Holz hinzu (ebenfalls ca. 50 – 100 Euro).

Wie oft wird neue Ausrüstung benötigt?

Sobald der Trainingsanzug nicht mehr passt oder rissig wird (nach ca. 3 Jahren).

Verbreitung

Wie viele Vereine gibt es?

Der Deutsche Aikido-Bund e.V. (DAB) hat ca. 170 Vereine.
Es gibt aber noch andere Verbände und freie Vereine, die ein Angebot machen.

Gibt es eine Übersicht (online oder offline) über alle Vereine?

Die Vereine des DAB findet man unter https://www.aikido-bund.de/vereine/

Wie viele Mitglieder gibt es?

Der DAB hat etwa 7.000 Mitglieder. Eine Gesamtzahl der Aikidoka in Deutschland ist nicht bekannt.

Karriere

Gibt es eine Nationalmannschaft?

Ist die Sportart olympisch?

Nein, da wir keine Wettkämpfe haben.

Kann man Profi werden?

Es gibt in Europa nur wenige Menschen, die als professionelle Aikido-Trainer leben können. Im DAB wird Aikido ausschließlich ehrenamtlich betrieben.

Gesundheit

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Durch den Verzicht auf Wettkämpfe kommen die sonst üblichen Wettkampfverletzungen nicht vor. Verletzungen im Kindertraining passieren meist, wenn zwischendurch zur Auflockerung ein Spiel gemacht wird.

Bei einem sorgsamen Umgang mit den Trainingspartnern sind Verletzungen selten, hängen aber davon ab, dass man die Bewegungen als Übender kontrollieren kann (also sein eigenes Können richtig einschätzt).

Welche Verletzungen sind typisch?

Prellungen, Zerrungen, selten ein Bruch (z.B. Zehe oder Schlüsselbein)

Gibt es gesundheitliche Spätfolgen?

Normales Aikidotreiben in vernünftigem Umfang macht keine körperlichen Schäden, von gelegentlichen kleineren Verletzungen (wie sie bei jeder sportlichen Aktivität vorkommen) abgesehen. Man muss allerdings beachten, dass die körperliche Belastbarkeit bei Erwachsenen jenseits der 40 Jahre abnimmt, sodass irgendwann kein Einsatz mehr wie bei einem 20-Jährigen möglich ist. Die Trainingsgestaltung sollte dem dann angepasst werden.